Mein Blick durch den Sucher zwischen Leica und Lumix

Von 2007 bis 2017 nutzte ich u.a. Leica und Lumix in Form der Panasonic Modelle DMC-L1 / Leica Digilux 3 und Lumix LX100 / Leica D-Lux.

Viele selbsternannte Experten haben sie getestet und immer wieder betont, daß es Unterschiede in der Software geben würde. Das mag stimmen aber bei mir kam es nie darauf an sondern auf die Motive und die Gelegenheiten.

Nun fotografiere ich schon zehn Jahre mit Modellen, die jeweils bei Panasonic und bei Leica als Zwillingsbrüder erschienen sind.

Und wenn ich ehrlich bin, dann ist mir die Kamera von vor zehn Jahren ebenso lieb wie die von heute.

Die Lumix LX100 hat einige Eigenschaften, die mir sehr gut gefallen, wenn ich Sucherfotografie mache. Ich blicke durch den Sucher und kann oben rechts auf dem Gehäuse vor dem Auslöser auf einen kleinen Knopf drücken, der mir im Sucher viele verschiedene Filter zeigt: dramatisch, monochrom, lomohaft etc. Das ist ein wunderbares Spiel für das Auge und für das Erfassen von Motiven mit dem unterschiedlichsten Blick.

Das kann ich mit der DMC-L1 nicht.

Diese Kamera hat einen klassischen optischen Sucher, der keine Filter zeigt.

Ich muß mit dieser Kamera selbst im Kopf „sehen“ was im Rahmen wie betont werden soll.

Das ist aber nicht schlechter sondern alte Schule.

Ausweichen könnte ich auf den Monitor mit Liveview wenn gewünscht.

Die DMC-L1 nutze ich meistens mit einem Sigma 30mm F1.4.

Damit gelingt das Spiel von Freistellung und Bokeh und ich kann mit dem Licht und der Linse Fotos malen. Hinzu kommt etwas, das mich auch heute immer noch begeistert: das Panzerdesign.

Man hält eine Kamera in der Hand, die mindestens die Größe und Schwere eines Ziegelsteins hat und mit vielen mechanischen Tasten darauf wartet, den Befehlen seines Benutzers zu gehorchen.

Und der Sensor dieser Kamera macht so wunderschöne Fotos – für mich vor allem auch Monochrom – daß die Kamera mir vorkommt wie ein technischer Zauberkasten.

Aber sie hat eben auch ihre Grenzen.

Für unauffällige Straßenfotografie ist sie in meinen Augen ebenso ungeeignet wie für Landschaft. Es ist eine Kamera für offenes Fotografieren bei sozialen und urbanen Gelegenheiten.

Unverkennbar ist auch die Lumix LX 100 aus demselben Holz geschnitzt. Denn auch sie fordert dazu auf, den Drehring zu benutzen und Blende und/oder Belichtungszeit einzustellen.

Aber sie kombiniert dies fast ein Jahrzehnt danach mit den neuen digitalen technischen Möglichkeiten.

Das geht eben nur mit einem digitalen Sucher. Die Sensorgröße ist zwar gleich aber die Kamera ist nur noch ein gutes Drittel so groß mit mehr eingebauten Möglichkeiten.

Beide Kameras sind für mich Herausforderungen, weil ich sie jenseits der Automatik nutze und jeder Fehler auf mich zurückfällt.

Deshalb ist das Fotografieren in diesen Fällen eine echte Herausforderung und überhaupt nicht mit dem Klick auf ein Smartphone-Display vergleichbar.

Aber mir kommt es dabei eben auch auf den Sucher an.

Die Intensität der Sucherfotografie führt bei mir zu Erlebnissen, die quasi bei jedem Foto eine Erinnerung abspeichern.

Bemerkenswerterweise kann ich mich in der Regel an jedes Foto erinnern, das ich mit dem Sucher aufgenommen habe, während die Klickerei mit dem Smartphone dies so eigentlich nie ermöglicht hat.

Hinzu kommt, daß wir uns mit diesen Kameras ja noch in der mechanischen Zeitzone der digitalen technischen fotografischen Entwicklung bewegen.

Das wird durch die zunehmende Smartphone-Fotografie immer mehr ersetzt. Aber die gestalterische Individualität, die ich schon beim Aussuchen des Moments und des Ausschnitts beim Blick durch den Sucher haben kann, ist mit den neuen teschnischen Möglichkeiten so nicht mehr möglich. Es ist anders und für mich nicht besser aber für Andere vielleicht schon.

Insofern sind alle diese Worte hier meine Wortsteine, die meinen Weg pflastern und den Sie beim Lesen mit mir gegangen sind, wenn Sie bis hierhin gelesen haben.

Und nun sind wir mitten auf der fotografischen Experimentierwiese angelangt.

Überall im Internet und in den Fotoläden gibt es Kameras von heute und gestern, die nur darauf warten, Ihnen zu helfen, sich ein Bild von Welt und sich selbst zu machen.

Wir befinden uns also auf einem guten Weg!

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